„Ein Unternehmen ohne Sinn ist Sinn-los“ | Christian Böhm im Interview

Christian Böhm ist Geschäftsführer und Inhaber von BÖHM.media GmbH aus Lauf an der Pegnitz. Christian gehört zu den Unternehmern, die erkannt haben, dass das „Unternehmer sein“ mehr ist als nach noch mehr Umsatz oder mehr Kunden zu streben. Neulich haben wir uns zusammengesetzt, um über Christians Weg zu unserer QUANT-Leading® masterclass zu sprechen.

Christoph Döhlemann: Christian, grüß dich. Schön, dass du da bist.

Christian Böhm: Grüß dich, Christoph. Super, dass ich dabei sein darf bzw. dass du mich interviewst. Freu mich riesig drauf.

CD: Wunderbar. Das ist ja immer eine spannende Geschichte, wenn wir miteinander reden. Deswegen freue ich mich ganz besonders auf diesen Austausch. Ich habe ein paar Fragen vorbereitet. Wenn du dich mit eigenen Worten ganz kurz vorstellst? Was du bist, was du machst.

CB: Mein Name ist Christian Böhm, 54 Jahre. Bin Unternehmer, Austauschpartner, ein Mensch, der gerne Steine ins Rollen bringt, der gerne aufbaut, der gerne was Neues bewegt, der andere inspiriert, Mut macht… Das ist meine Mission.

CD: Du hast auch bei uns viele Steine ins Rollen gebracht. Oder bringst auch immer wieder Steine ins Rollen, weil du der Typ bist, der sich unglaublich stark in ein Projekt integriert und mitdenkt. Wir haben mit dir ja vor vielen Jahren schon zu tun gehabt. Und seit zwei Jahren wieder. Was war denn deine Ausgangssituation, wie du mit QUANT-Leading® und unseren Themen in Berührung gekommen bist? Was waren deine unternehmerischen Herausforderungen? Vielleicht sagt du auch noch einen Satz zu deinem Unternehmen.

CB: Ja, das Unternehmen… Es heißt BÖHM.media, Werbeagentur. Ich formuliere einfach unsere Botschaft nach außen: „Erkenne glasklar, wo du als Unternehmer mit deinem Unternehmen hin willst, verdichte dies zu einer klaren Aussage und freue dich über wertvolles und nachhaltiges Wachstum.“ Da steht also das Thema Wachstum sehr stark im Mittelpunkt. Das Unternehmen ist das Spiegelbild des Unternehmers, also von mir. Der Fokus liegt auf Online-Marketing, Online-Shops. Wie kann ich Geschäftsprozesse digitalisieren, wie kann ich neue Potenziale erschließen, neues Standbein aufbauen, Zukunft sichern. Das sind Themen, wo wir uns bewegen. Schwerpunkt sind Familienunternehmen. Menschen, die mit hochwertigen Produkten oder Dienstleistungen arbeiten.

Mehr Umsatz hat nicht mehr heiß gemacht

CD: Wenn du jetzt an die Ausgangssituation denkst, wo wir uns (neu) kennengelernt haben? Was hat dich damals umgetrieben?

CB: Ja, das war eigentlich sowieso unglaublich lustig. Wir kennen uns ja schon viele Jahre bzw. aus unserer Anfangszeit. 2006, 2007. 2008… Wir haben so ganz klassisch Kataloge gemacht, Websites gemacht und was wir so alles gestaltet haben. Irgendwann schaue ich abends ins Facebook rein und sehe irgendein Post von Christoph Döhlemann. Ich denke, Mensch, was macht er denn so? Es ist unglaublich aber wahr. Am nächsten Tag sitze ich am Schreibtisch. Das Telefon klingelt und es meldet sich: „Döhlemann.“ Also scheinbar hat es mit dem Thema Informationsfeld doch etwas auf sich. Es war ganz toll und es war, wenn ich jetzt zurückdenke, genau der richtige Moment, wo wir uns wieder getroffen haben. Einmal hat es sich bei dir unglaublich viel bewegt: Vom klassischen Seminaranbieter, der den dicken Katalog hat und die Seminare verkauft, hin zu jemandem, der den Unternehmern das Leben leichter, schöner, freudvoller macht, der mehr begleitet, was ja wirklich deine Leidenschaft ist. Ja, was war meine Situation, wo ich zu dir gekommen bin… Ich habe bestimmt die letzten drei Jahre davor unglaublich viel an mir selber schon gearbeitet, am Unternehmen gearbeitet… Für mich war es immer ein großer Traum, ein Unternehmen zu haben. Mit dem kleinen Team, das auf gesunden Beinen steht und für tolle Kunden arbeitet, dass ich ein geiles Auto fahre. Und alles was sich dazu gehört. Das habe ich alles irgendwann mal erreicht und es hat mich nicht mehr zufrieden gestellt. Es war nur noch Druck. Es hat mich nicht mehr heiß gemacht, noch eine Website zu verkaufen oder noch ein Online-Shop zu verkaufen, oder aus 1 Million Umsatz 2 Millionen Umsatz zu machen. Das hat mich nicht mehr angetrieben. So habe ich dann angefangen, Seminare zu besuchen, Bücher zu lesen, Podcasts zu hören… War auch in einer Unternehmergruppe mit dabei, wo wir uns alle 2-3 Monate getroffen haben und jeder hat an seinen Themen mit den anderen gearbeitet. Es hat aber der… Quantensprung gefehlt. Es hat sich zwar schon was getan, das war tool, aber es hat der Kick gefehlt. So war die Situation, wo wir dann in Bamberg bei dir am Tisch saßen.

CD: Was waren denn die Gründe, die dich dahin gebracht haben zu sagen: „Okay, ich will mich in der Persönlichkeit weiter entfalten“? Was war der Punkt, wo du gesagt hast „Okay, die masterclass, das mache ich jetzt“?

CB: Es kam was dazwischen. Wir haben sehr intensiv an der Außendarstellung deines QUANT-Modells® gearbeitet. Von Döhlemann hin zu QUANT-Leading® und was da so alles entstand. Dadurch habe ich mich natürlich sehr tief mit dem Thema beschäftigt. Ich war vom ersten Moment an begeistert.

CD: Das stimmt.

CB: Die Analogie mit dem „das Unternehmen ist eine Lebewesen“, die Energien… Das war leicht verständlich, begreifbar. Ich habe sofort angefangen, das umzusetzen bis hin zur Überlegung, ob man mit dem QUANT-Modell® etwas fürs Marketing machen kann. Denn es passt wunderbar fürs Marketing! In welcher Phase ist das Unternehmen? Welche Energien wirken? Fehlt’s noch ein bisschen an Sinn? Sind wir nur am Umsetzen und am Machen? Oder fehlt jegliche Struktur? So konnten wir mit dem Modell auch bei unseren Kunden und in unserer täglichen Arbeit – allein schon mit dem damaligen noch recht rudimentären Wissen – unheimlich viel bewegen. Und das macht Lust auf mehr, klar.

CD: Wir haben die vielen Facetten von Döhlemann Training & Coaching und QUANT-Modell® zusammengebracht. Das QUANT-Leading® Thema ist ja eine Idee von dir, oder von euch, die ganzen Leistungen unter der Marke zu vereinen. Wenn du an die Ausbildung denkst, was war dein Highlight? Etwas, was besonders haften geblieben aus diesen 18 Tagen?

Was wir von anderen denken, stimmt oft gar nicht

CB: Besonders haften geblieben ist unglaublich viel. Es fällt mir relativ schwer, nur ein Highlight rauszufischen. Natürlich der Block mit dem Enneagramm war vielleicht der erkenntnisreichste und faszinierendste. Erkenne dich selber… Warum renne ich in dieselbe Falle wieder rein? Warum passiert mir derselbe Sch**ß immer wieder? Also, einmal mich selber erkennen und einmal abschätzen können, warum verhält sich der andere so, wie er sich gerade verhält, um ein Stück weit Emotionen rauszunehmen. Dann leuchtet’s dir ein: „Aha, der meint es ja nicht böse.“ Ich habe einen ganz aktuellen Fall von einem Kunden, wo wir früher Online-Shops gemacht haben und dann ein bisschen auseinander gekommen sind. Und plötzlich schickt er mir heute eine Mail, dass er uns seinem Kunden aus Bamberg empfohlen hat, weil er mit uns so zufrieden ist. Es ist oft so, dass wir über einen Menschen das eine denken, in Wirklichkeit ist es aber ganz anders.

CD: Durch die Corona-Zeit haben wir die Ausbildung ein bisschen länger gehalten. Wenn du auf dich im Laufe der Zeit schaust: Was ist mit dem Christian Böhm passiert?

CB: Ich bin wesentlich gelassener und klarer geworden. Ich spüre nicht mehr den Druck, den ich gespürt habe, ich habe ein Stück weit Ängste überwunden. Es war z.B. ein Thema – völlig unbegründet – dass meine Firma, die es seit 20 Jahren gibt, plötzlich pleite geht. Heute bin ich sehr „relaxed“. Es ist verrückt, es gibt Menschen, die die Angst ums Geld haben, obwohl sie 20 Millionen auf dem Konto haben. Ich habe in den zwanzig Jahren keine einzige rote Zahl auf dem Kontokorrent gehabt. Irgendwo steckt’s drin: „Ja, verflixt nochmal, ich kann ja irgendwie pleite gehen.“ Das hat mich immer zum vorschnellen Handeln gebracht, z.B. zum Annehmen von nicht werthaltigen Aufträgen oder Festhalten an Beziehungen, die einfach nicht mehr gepasst haben. Jetzt habe ich bemerkt, wenn du so eine Beziehung loslässt, dann tun sich zig andere neue Türen auf. Es ist wesentlich mehr Gelassenheit reingekommen. Und ich habe vor allem folgendes gespürt: Je gelassener ich bin, ist mein Team es auch. Wenn ich früher den Blick auf die auseinander driftende Fixkosten-Umsatz-Rechnung geworfen und dadurch schlechte Laune gekriegt habe, musste ich nicht einmal etwas sagen: Sofort war ein Hühnerhaufen hier! Auch wenn ich nichts sage, hat allein das Denken eine Wirkung. Wir haben uns das „über Gefühle reden“ abtrainiert. Dabei verändert das, was wir fühlen, alles, was mit uns da draußen passiert.

CD: Absolut. Das hast du schön beschrieben. Das ist ein ganz zentraler Punkt. Nämlich, wie Goethe sagt: „Nicht ist drinnen, nichts ist draußen. Denn was innen ist auch außen.“ Deine Gefühlslage spiegelt sich in deinen Kollegen wider.

CB: Ja, und das Problem ist nicht die Situation. Das Problem ist das Gefühl, was ich mit der Situation verbinde.

CD: Genau. Wie hast du in diesem Zusammenhang die Meditationsthemen empfunden?

CB: Das war richtig cool. Ich habe früher von sowas nicht viel gehalten. Was? Einfach hinsetzen… Hä? Was is’n das? In der masterclass war das ein schönes Ritual, was wir gehabt haben. Da habe ich gespürt, da kommt viel Entspannung und Ruhe ein. Ich höre auf, immer zu denken. Jetzt mache ich das sehr gerne. Gerade wenn ich merke, hoppla, da steigt etwas in mir, was nicht gut ist, dann mal innehalten… Und man muss sich nicht immer hinsetzen. Ich laufe ja viel und höre mir dabei keine Podcasts an, sondern versuche jeden Schritt oder Atemzug zu spüren. Ist im Grunde auch eine Form der Meditation.

Dem Coaching-Business fehlt der Tiefgang

CD: Jetzt haben wir etwas über deine persönlichen Erfahrungen gesprochen. Ein wesentlicher Teil der masterclass ist das QUANT-Modell® selber. Die Anwendung, die Philosophie, die dahinter steckt, die Gestaltungsebenen usw. Magst du uns kurz erzählen, welche Erfahrungen du mit dem QUANT-Modell® bereits gesammelt hast? Oder was sind deine Highlights?

CB: Wir haben es bei uns intern intensiv angewendet. Wo befinden wir uns überhaupt, was sind die sinnvollen Maßnahmen? Das kann man anhand des QUANT-Modell® wunderbar erkennen. Das Administrative war bei uns z.B. in homöopathischen Dosen vorhanden, die Abläufe waren chaotisch. Was macht der normale Mensch? Der fängt an, ein Qualitätshandbuch und lange Leitfäden zu machen. Das führt zu nichts, wird nicht eingehalten, weil die Menschen einfach keinen Sinn drin sehen. Damit ist das QUANT-Modell® für mich im Wesentlichen schon erklärt. Ich arbeite an Ursachen und tu nicht Aspirin gegen Kopfschmerzen immer nehmen. Übrigens, ich kenne keine Werbeagentur, die mit Kunden über solche tiefgründigen Themen spricht. Fürher habe ich mich noch unter Druck gesetzt: „Ich muss jetzt neue tolle Ideen für ihn entwickeln.“ Und dann ist es irgendwie weitergelaufen und danach versandet oder nicht mehr weitergegangen. Und ich habe mich gewundert, warum. Es war frustrierend. Wenn ich heute mit Kunden spreche und z.B. im ersten Gespräch schon spüre, da ist noch kein klares Bild, wo er hin will, dann erzähle ich immer die QUANT-Geschichte. Jeder versteht das. Aber trotz dieser Einfachheit hat das Modell auch Tiefgang. Das fehlt im Coaching-Business übrigens fürchterlich. Diese wunderschönen Instagram-Bilder, nette Jungs und Mädels vor ihren Lamborghinis: „Ich zeig dir in 10 Tagen, wie du der glücklichste Mensch der Welt wirst und dir auch so eine fette Kiste kaufen kannst. Du musst ja eigentlich nur positiv denken und dann wird sich das alles einrenken.“ Gut, lieber denkt jemand so als anders, es ist schon okay. Aber es hat keinen Tiefgang und es wird höchstens einen Moment Wirkung geben.

CD: Das freut mich, wie du das beschreibst. Bin jetzt selber begeistert (lacht). Wir wollen ja genau Menschen wir dich unterstützen, die ihr Bewusstsein entwickeln wollen, die tiefer schauen wollen, die merken, dass es einen Schritt weiter gehen soll. Wem und warum kannst du die masterclass empfehlen?

CB: Ich würde die masterclass jedem empfehlen, der wirklich ehrlich was verändern will. Keinem, der einen schnellen Erfolg sehen will oder der wieder „mal was probieren“ will. Jeder, der vorankommen will, der bewusster werden will, der gelassener und freudvoller sein Unternehmen führen will, dem würde ich die masterclass wärmstens ans Herz legen. Ich habe übrigens vor jedem – wirklich vor jedem – Block gezögert, ob ich hinfahren soll. Da dachte ich, ich rufe den Christoph mal an und sage: „Es gibt so viele wichtige Dinge zu tun, den Block lassen wir mal raus.“ Dann bin ich trotzdem hingefahren und jedesmal war das einfach MEGA. Für 18 Tage, die du in die masterclass investierst, kriegst du locker 180 Tage zurück. Die Zeit, die ich mir nehme, ist eine Investition mit einer richtig guten Verzinsung. Ich muss auch sagen, dass die masterclass ganz gut in die Zeit passt. Die Führungskraft ist nicht jemand, der mit Macht und Vorgabe führt. Es war ja alles gestern. Heute bin ich mehr ein interner Coach für die Mitarbeiter, ich tu nicht alles selber oder gebe alles vor. So kommen wir sowieso nicht weiter. Dieser Paradigmenwechsel vom Unternehmer hin zum Coach wird durch die masterclass unglaublich gut unterstützt.

CD: Danke für deine Offenheit, Christian. Und danke für das Interview.

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